Musikfestivals in Österreich: ein nüchterner Überblick
Ein Blick in den Kalender lohnt sich vor jeder Reise. Häufig liegt am geplanten Wochenende ohnehin etwas an, und das ändert die Planung für Unterkunft und Anreise erheblich.
Der Festivalsommer und seine großen Namen
Das Donauinselfest in Wien ist eine Besonderheit, weil der Eintritt frei ist. Es zieht regelmäßig ein Millionenpublikum an und läuft üblicherweise Ende Juni über drei Tage.
Kleinere Open Airs finden häufig auf Sportplätzen oder Festwiesen am Ortsrand statt. Der Aufwand ist geringer, die Stimmung dafür oft persönlicher als bei den großen Namen.
Traditionelle Feste im Jahreslauf
Bei Brauchtumsveranstaltungen gilt: Sie richten sich in erster Linie an die eigene Gemeinde. Gäste sind willkommen, das Programm wird aber nicht für sie gemacht.
Trachtenkleidung ist bei solchen Anlässen verbreitet, aber keine Voraussetzung. Niemand wird schief angesehen, wenn er in Alltagskleidung kommt.
Ein Überblick nach Regionen
Die Steiermark hat einen ausgeprägten Schwerpunkt auf Volkskultur und Kulinarik, mit Festen rund um Wein, Kürbis und Apfel im Herbst.
Kärnten und das Burgenland setzen stärker auf Seen und Freiluftveranstaltungen im Sommer. Im Burgenland kommen Weinfeste und Opernaufführungen im Steinbruch dazu.
| Wien | Kultur ganzjährig | Donauinselfest, Ballsaison |
| Salzburg | Festspiele, Jazz | Saalfelden |
| Steiermark | Volkskultur, Kulinarik | Aufsteirern in Graz |
| Oberösterreich | Musik und Medienkunst | Ars Electronica, Woodstock der Blasmusik |
Praktische Vorbereitung
Abends kühlt es in höheren Lagen deutlich ab. Der Unterschied zwischen Nachmittag und Mitternacht liegt nicht selten bei fünfzehn Grad.
Bei Veranstaltungen im Freien ist Sonnenschutz ebenso wichtig. In den Bergen ist die Strahlung spürbar stärker als im Flachland.
- Feste Schuhe für Festwiesen einpacken
- Pfandbecher zurückgeben, das summiert sich
- Treffpunkt vereinbaren, Handyempfang ist unzuverlässig
- Ersatzakku mitnehmen, wenn Tickets digital sind
Die unbekannteren Termine
Wer Freunde oder Verwandte in einer Region hat, erfährt von den interessanteren Terminen ohnehin zuerst. Das ist bis heute die verlässlichste Quelle.
Kleinere Formate haben zwei praktische Vorteile: Es gibt Platz und man zahlt selten Eintritt. Dafür ist das Programm kürzer. Eine geordnete Übersicht dazu findet sich dort.
Markttage im Jahresverlauf
Kunsthandwerksmärkte sind saisonal und häufig an Ortsjubiläen oder Feiertage gekoppelt. Die Qualität schwankt, die Preise ebenso. Mehr Themen aus Österreich sind unter znaki.fm gesammelt.
Der Brunnenmarkt in Wien-Ottakring zählt zu den größten Straßenmärkten Europas und läuft von Montag bis Samstag. Der Charakter unterscheidet sich stark vom touristisch geprägten Naschmarkt.
Vorgaben, die man vorher kennen sollte
Drohnenaufnahmen sind ohne Genehmigung fast immer verboten, bei Veranstaltungen mit vielen Menschen ohnehin.
Professionelle Kameras brauchen bei Konzerten oft eine eigene Akkreditierung. Handyaufnahmen sind meist geduldet.
Ein Fazit zur Planung
Unterm Strich gilt: Weniger Programmpunkte, dafür mehr Zeit für den einzelnen. Das gilt für Festivals genauso wie für Adventmärkte.
Das österreichische Veranstaltungsjahr ist dicht genug, dass man nie alles sieht. Sinnvoller als eine lange Wunschliste ist die Entscheidung für zwei oder drei Termine pro Saison.
Die kalte Jahreszeit im Kalender
Die Ballsaison beginnt kurz nach Jahreswechsel und endet mit dem Faschingsdienstag. Der Wiener Opernball in der Staatsoper ist der bekannteste Termin, aber bei weitem nicht der einzige.
Punsch- und Glühweinstände in den Städten haben eigene Öffnungszeiten, die oft schon am frühen Abend beginnen und vor Mitternacht enden.
Anreise und Unterkunft
Für Veranstaltungen in den Landeshauptstädten ist die Anreise mit Bahn und Bus fast immer die bessere Wahl. Parkplätze sind knapp und an Veranstaltungstagen häufig gesperrt.
Nachtzüge und Nachtbusse verkehren an Wochenenden in manchen Regionen zusätzlich. Sie stehen nicht immer im Standardfahrplan.
Programm für die Jüngeren
Museen und Kulturbetriebe bieten an Feiertagen häufig Sonderprogramme an. Sie sind gut besucht, eine frühe Ankunft lohnt sich.
Treffpunkte für den Fall, dass man sich verliert, klärt man am besten vor dem Betreten des Geländes. Handyempfang ist bei vollen Veranstaltungen unzuverlässig.
Kulturprogramm auf hohem Niveau
Die Salzburger Festspiele laufen traditionell von Ende Juli bis Ende August und verbinden Oper, Schauspiel und Konzert. Sie prägen das Stadtbild in dieser Zeit spürbar.
Neben den beiden großen Häusern gibt es kleinere Formate wie Festspiele in Reichenau oder Sommerspiele in kleineren Orten. Sie sind zugänglicher und oft überraschend gut besetzt.
Zwischen gratis und teuer
Bei großen Festivals kommen Verpflegungskosten vor Ort dazu. Die Preise am Gelände liegen deutlich über dem üblichen Niveau, was bei mehreren Tagen spürbar wird.
Kostenlose Veranstaltungen sind eine echte Alternative. Stadtfeste, Erntedankfeste und viele Adventmärkte verlangen keinen Eintritt.
Wie man an Karten kommt
Bei mehrtägigen Festivals lohnt der Vergleich zwischen Tagesticket und Gesamtpass. Ab zwei Tagen ist der Pass in den meisten Fällen günstiger.
Viele kleinere Veranstaltungen verkaufen gar nicht online, sondern an der Abendkassa. Das ist unkompliziert, setzt aber voraus, dass man rechtzeitig vor Ort ist.
Fragen aus der Praxis
Braucht man Tracht für Brauchtumsfeste?
Nein. Trachtenkleidung ist verbreitet, aber keine Voraussetzung. Alltagskleidung fällt bei keinem dieser Feste negativ auf.
Was ist ein Kirtag?
Ein Ortsfest mit langer Tradition, meist am Namenstag des Kirchenpatrons. Kirtage finden über das ganze Jahr verteilt statt und kosten in der Regel keinen Eintritt.
Wann beginnen die Christkindlmärkte?
Üblicherweise in der zweiten Novemberhälfte. Sie laufen bis kurz vor Weihnachten, kleinere Märkte oft nur an Wochenenden.
Termine, Preise und Programmpunkte ändern sich. Vor der Anreise lohnt ein Blick auf die offizielle Seite der jeweiligen Veranstaltung.